KI verändert die Softwareentwicklung: Ein Blick hinter die Kulissen des AI Accelerators von BBT in Berlin

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Künstliche Intelligenz entwickelt sich rasant und verändert schon heute die Art und Weise, wie Software entsteht. Für Unternehmen wie BBT, die innovative Softwarelösungen für die Versicherungsbranche entwickeln, bietet diese Entwicklung enormes Potenzial. Gleichzeitig wirft sie neue Fragen auf: Wie verändert KI die Rolle von Entwicklerinnen und Entwicklern? Welche Chancen entstehen für Kundinnen und Kunden? Und welche Verantwortung bleibt weiterhin beim Menschen?

Um genau diesen Fragen nachzugehen, nahm BBT am AI Accelerator der Volaris Group in Berlin teil. Während einer intensiven Programmwoche arbeiteten über 140 Teilnehmende aus 19 Unternehmen in den Bereichen Development, Product Management und Leadership gemeinsam daran, den praktischen Einsatz von künstlicher Intelligenz zu erproben, neue Arbeitsweisen kennenzulernen und Ideen in konkrete Protoypen zu überführen.

Für Matthias Hirschi, Softwareentwickler bei BBT, stand dabei vor allem eines im Vordergrund:

«Ich wollte etwas Neues lernen und bewusst über den Tellerrand hinausdenken.»

Wenn aus Theorie Praxis wird

Der AI Accelerator war kein klassisches Schulungsprogramm. Im Mittelpunkt stand vielmehr die praktische Zusammenarbeit an realen Fragestellungen. Bereits bei den ersten Gesprächen wurde deutlich, dass die Teilnehmenden trotz unterschiedlicher Produkte und Märkte viele gemeinsame Herausforderungen beschäftigen. Gerade Unternehmen, die komplexe Softwarelösungen entwickeln, stehen vor ähnlichen Fragen: Wie lässt sich künstliche Intelligenz sinnvoll in bestehende Prozesse integrieren? Welche Aufgaben können künftig automatisiert werden? Und wie kann KI dabei helfen, digitale Lösungen schneller und näher an den Bedürfnissen der Kundinnen und Kunden zu entwickeln?

Für BBT ist diese Fragestellung besonders relevant. Die Entwicklung von Versicherungssoftware bewegt sich in einem Umfeld mit hohen fachlichen Anforderungen, komplexen Prozessen und klaren Qualitätsansprüchen. KI kann hier unterstützen, indem sie Entwicklungsprozesse beschleunigt und neue Möglichkeiten für Innovation schafft, ohne dabei die notwendige fachliche Kontrolle zu ersetzen.

Nach dem offiziellen Kick-off arbeiteten die Teilnehmenden in ihren jeweiligen Tracks intensiv an diesen Fragestellungen. Fachlicher Austausch, gemeinsame Arbeitsphasen, regelmässige Gespräche mit Expertinnen, Experten und Technologiepartnern wechselten sich während der Woche ab. Dadurch entstand eine Umgebung, in der neue Ideen nicht nur diskutiert, sondern direkt ausprobiert und weiterentwickelt werden konnten.

Im Developer Track rückte schnell ein zentraler Gedanke in den Fokus: Gute Software beginnt nicht mit dem Schreiben von Code, sondern mit dem Verständnis des eigentlichen Problems. Bevor eine Zeile programmiert wird, müssen Anforderungen klar formuliert, Zusammenhänge verstanden und der notwendige Kontext geschaffen werden. Genau hier kann KI bereits heute einen entscheidenden Beitrag leisten.

Der Moment, der zum Umdenken anregte

Im weiteren Verlauf der Woche verlagerte sich der Schwerpunkt zunehmend auf die praktische Umsetzung. Aus ersten Ideen entstanden Spezifikationen, daraus entwickelte das Team von BBT mithilfe moderner KI-Werkzeuge konkrete Prototypen. Während der intensiven Build-Phase zeigte sich eindrücklich, wie eng Mensch und KI bereits heute zusammenarbeiten können.

Besonders eindrücklich war für Matthias der Moment, als ein Feature nahezu selbstständig durch die KI umgesetzt wurde.

«Die Grundfunktion war bereits vorhanden. Wir mussten vor allem noch den fachlichen Kontext ergänzen, das Ergebnis überprüfen und kleinere Korrekturen vornehmen.»

Diese Erfahrung machte deutlich, wie stark sich die Softwareentwicklung verändern kann. Nicht jede einzelne Codezeile steht künftig im Mittelpunkt, entscheidend wird vielmehr die Fähigkeit, Probleme präzise zu beschreiben, die richtigen Anforderungen zu formulieren und die Qualität der Ergebnisse sicherzustellen.

KI als Sparringspartner

Eine der wichtigsten Erkenntnisse aus Berlin lautet: KI ersetzt keine Entwicklerinnen und Entwickler – sie verändert ihre Rolle.

Statt Routineaufgaben zu übernehmen, können sich Entwicklungsteams künftig stärker auf Architektur, fachliche Fragestellungen und die Bewertung von Lösungen konzentrieren. KI unterstützt dabei als intelligenter Assistent, der Vorschläge macht, Code erstellt oder Tests vorbereitet.

Matthias beschreibt diese Zusammenarbeit mit einem treffenden Vergleich:

«KI ist wie ein Geist neben dir. Sie fordert dich heraus, prüft deine Ideen und kann Code für dich schreiben. Entscheiden und Verantwortung übernehmen musst aber weiterhin du.»

Gerade in der Entwicklung von Software für Versicherungen und Versicherer bleibt dieser Punkt zentral. Fachliche Anforderungen, Datenschutz, regulatorische Vorgaben und Qualitätsstandards lassen sich nicht vollständig automatisieren. Sie erfordern Erfahrung, kritisches Denken und menschliches Urteilsvermögen.

Chancen für BBT

Die Erfahrungen aus dem AI Accelerator zeigen, welches Potenzial moderne KI-Werkzeuge für BBT bieten. Neue Funktionen und Produktideen lassen sich schneller visualisieren und als erste Prototypen umsetzen. Gerade bei der Entwicklung von Software für Versicherer und Versicherungen kann dies einen entscheidenden Vorteil bieten: Anforderungen und neue Ideen können früh sichtbar gemacht, getestet und gemeinsam mit Kundinnen und Kunden weiterentwickelt werden.

Statt lange auf eine vollständig ausgearbeitete Lösung hinzuarbeiten, ermöglichen erste Prototypen einen schnelleren Austausch: Welche Funktion bringt tatsächlich einen Mehrwert? Welche Prozesse lassen sich vereinfachen? Und welche Anforderungen müssen für eine optimale Lösung berücksichtigt werden?

Dieser iterative Ansatz unterstützt BBT dabei, Innovation gezielt voranzutreiben und Prototypen zu entwickeln, die nicht nur technisch überzeugen, sondern den Arbeitsalltag der Kundinnen und Kunden nachhaltig verbessern. Dadurch können Modelle früh gemeinsam mit Kundinnen und Kunden diskutiert, weiterentwickelt und gezielt verbessert werden.

Die Woche in Berlin hat aber auch gezeigt, dass der erfolgreiche Einsatz von KI weit über die Technologie hinausgeht. Mindestens genauso wichtig ist der kulturelle Wandel innerhalb eines Unternehmens. Neue Werkzeuge allein reichen nicht aus – entscheidend ist, wie Teams mit ihnen arbeiten, wie Ergebnisse hinterfragt werden und wie Verantwortung übernommen wird. Kritisches Denken, fachliche Kompetenz und ein gemeinsames Verständnis für Qualität bleiben auch in einer KI-gestützten Softwareentwicklung unverzichtbar.

Diese Haltung zog sich wie ein roter Faden durch den gesamten AI Accelerator und wurde immer wieder auf einen einfachen Leitsatz reduziert:

«Wir automatisieren Arbeitsschritte – nicht Verantwortung.»

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